Stilbewusst

 

Fair Fashion oder Wahre Schönheit kommt von innen.

von Lars Albat

Es passt wie angegossen. Als wäre es für mich persönlich gefertigt worden. Maßgeschneidert, nicht nur von der Größe, sondern auch von den Farben, Materialien, dem Schnitt, dem Style. Wir alle kennen dieses erhebende Glücksgefühl, wenn wir in ein Kleidungsstück schlüpfen oder ein Schmuckstück anlegen und uns mit einem Mal ganz bei uns selbst fühlen: Das bin ich. So bin ich. So muss Mode, meine Mode sein.

Ein Wechselspiel von Handwerkskunst und Selbstbewusstheit: Auf der einen Seite der Designer, dessen Kreation mir passgenau auf den Leib geschneidert ist, wie eine »zweite« Haut, die ganz dem persönlichen Naturell, Wesen, Charakter entspricht, ihm Ausdruck und Schönheit verleiht. Und gegenüber ich, als Träger, mit einem eigenen Bewusstsein für Stil und Qualität – und einer Bewusstheit für mein eigenes Selbst.

Aus dieser Achtsamkeit und Wertschätzung mir selbst gegenüber entspringt unweigerlich eine ebensolche für meine Umwelt, meine Mitmenschen und die Natur. Weil ich es mir wert bin, will, ja, muss ich meine Freiheit und Freude an der Schönheit des Lebens teilen, um es so nachhaltig wie irgend möglich zu gestalten.

Fair Fashion – Synonyme, Siegel, Kriterien

Fair Fashion, Sustainable Fashion, Green Fashion, Eco Fashion respektive faire, nachhaltige oder grüne Mode: Mögen diese Begriffe mittlerweile auch mehr oder weniger synonym verwendet werden, so verweisen sie in ihren Ursprüngen doch auf die unterschiedlichen Kriterien einer umfassend nachhaltigen Mode – von der Erzeugung der Rohstoffe bis zum Verkauf.

Horrorberichte über Natur wie Mensch schädigende Düngemittel und Pestizide, eingestürzte ›Manufakturen‹, schwimmende Müllinseln oder die erschütternden Ausmaße von Kinderarbeit können die Freude an der Mode gründlich vergällen. Im Gegenzug kann das Wissen um einen ökologischen Anbau der Materialien, faire Produktionsbedingungen – von der Bezahlung über die soziale Absicherung bis hin zum Gesundheitsschutz – und geringe Transportwege die Liebe zu einem Kleidungs- oder Schmuckstück aber auch beträchtlich steigern.

Wie in so vielen Bereichen gibt es allerdings auch in der Mode kein einheitliches Prüfsiegel. Die Verbraucherzentrale empfiehlt folgende: das IVN Best des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft, den Global Organic Textile Standard GOTS, Fairtrade Cotton, Fair Wear Foundation, Cotton made in Africa sowie mit Abstrichen Der grüne Knopf (weitere Infos unter siegelklarheit.de).

 

Fairplay – So edel wie nachhaltig

Als Fashionista trage ich durch meine Auswahl zum Fairplay in der Welt der Mode bei. Klasse statt Masse kann nur die Maxime lauten. Bei erlesenen Stoffen zum Beispiel aus den renommierten Webereien am Comer See, in hiesigen beziehungsweise europäischen Schneiderateliers zu außergewöhnlichen Modekreationen verarbeitet, spiegelt sich der Grundgedanke einer Fair Fashion bereits im hohen Qualitätsanspruch von Produzent wie Trägerin und Träger an Material und Verarbeitung.

Bei echter Vintage-, sprich: Second-Hand-Mode mag sich mancher schwer tun, im Bereich des Schmuckdesigns lässt sich dieser Ansatz jedoch wunderbar umsetzen. Historische Schmuckstücke genauso wie Umarbeitungen von Erbstücken tragen auf glanzvolle Weise zur Nachhaltigkeit bei. Zudem setzen anspruchsvolle Goldschmiede und Juweliere verstärkt auf fair gehandelte oder wieder aufbereitete Materialen.

Übrigens: Auch bei Kleidung wird vermehrt auf recyceltes Material gesetzt. Nicht nur im Outdoor-Segment finden sich immer häufiger Produkte von der Fleece-Jacke bis zur Tasche aus eingeschmolzenem und zu neuem Garn aufgesponnenem Polyester oder Plastik. Zudem rücken natürliche Materialien aus hiesigen Gefilden – von Hanf über Brennessel bis zu auf Cellulose basierenden Modal- und Lyocell-Fasern – in den Fokus; CO2-neutral gewonnen und im ›Notfall‹ biologisch abbaubar.

 

Bewusster Stil – Mode sichtbar leben und genießen

Mag Fair Fashion auf den ersten Blick auch nicht als solche erkennbar sein, so ist sie dafür umso spürbarer – auf der Haut wie unter der Haut. Denn: Die bewusste Entscheidung für eine sozial- wie umweltverträgliche Mode spiegelt sich natürlich in unserer Aura, unserem Auftritt. Frei nach dem Credo »Wahre Schönheit kommt von innen!« fühlen wir uns rundum und nachhaltig wohl in unserer Haut – und das kann jeder sehen.