Kölner Männer mit Stil – Das Interview

Von Monika Salchert

 

Hollywood-Star George Clooney hat den Dreh raus. Ob auf dem roten Teppich oder bei Auftritten als UN-Botschafter des Friedens – er ist stets gut und passend gekleidet. Sein Look ist je nach Anlass elegant, schick oder lässig. Mal überzeugt er im Anzug mit Hemd und Krawatte, mal trägt er Lederjacke und Jeans. Der Schauspieler ist modisch ein Vorbild für Frauen und Männer. Gerade die Herren haben beim Thema Mode in den vergangenen Jahren beträchtlich aufgeholt. Wir haben bei drei prominenten Männern in Köln nachgefragt, welche Rolle Mode und guter Stil in ihrem Leben spielen. In einem Punkt sind sich Ex-Prinz Arnold Dircks, Modedesigner Bent Angelo Jensen und Fußballprofi Simon Zoller einig: Eine Jogginghose gehört auf den Sportplatz, niemals kann sie Teil eines gelungenen und alltagstauglichen Outfits sein.

Simon Zoller steht beim 1. FC Köln unter Vertrag. Der 26-Jährige ist mit der Sportmoderatorin Laura Wontorra verheiratet.

Herr Zoller, Sie sind Profifußballer. Tragen Sie auch außerhalb des Platzes am liebsten Sportkleidung?

Simon Zoller (SZ): Eher selten. Ich fühle mich in leichten Stoffhosen, T-Shirts oder Hemden wohl. Dazu ein passendes Sakko. Jeans sind nicht unbedingt mein Fall. Wenn es zum Anlass passt, trage ich auch gern Anzüge. Auf jeden Fall ziehe ich weiße Schuhe an. Weiße Sneakers und bunte Socken, egal ob mit Punkten oder Streifen. Das sind quasi meine Markenzeichen.

Wer berät Sie bei Modeeinkäufen?

SZ: Meine Frau Laura gibt mir hin und wieder Tipps. Aber grundsätzlich habe ich selbst ein gutes Gespür dafür, was zu mir passt. Ich achte darauf, dass sich die Kleidungsstücke gut kombinieren lassen.

Hängt in Ihrem Kleiderschrank ein richtiger Fehlkauf?

SZ: Leider ja. Vor ein paar Jahren habe ich mir eine beige/braune Winterjacke mit Kapuze mit einem Kunstfellrand  gekauft. Die hatte ich nicht einmal an, da hängen noch die Preisschilder dran.

Welche Modesünde verzeihen Sie nicht?

SZ: Wenn die Hose zu lang ist und auf die Schuhe stößt oder wenn das Sakko zu eng ist und die Knöpfe nicht zugehen. Abgelaufene, ungepflegte oder gar schmutzige Schuhe sind mir ein Graus.

Bent Angelo Jensen kümmert sich von Berufs wegen darum, dass Männer gut gekleidet sind. Der 40 Jahre alte Modedesigner hat mit »Herr von Eden« ein eigenes Modelabel, ausschließlich für Herrenmode. Neben Geschäften in Hamburg und Berlin gibt es auch eins im Belgischen Viertel in Köln.

Herr Jensen, gibt es ein Spannungsfeld zwischen Anzug und Anziehung?

Bent Angelo Jensen (BJ): Unbedingt. Kleidung kann die Persönlichkeit eines Menschen unterstreichen. Ein passender Look in Verbindung mit einem gepflegten Aussehen findet Anklang. Kommunikation findet über das Material, den Schnitt, über die Farben und das Design statt. Gekonnt kombiniert erzählt die Kleidung eine Story. Der Träger bestimmt, wie stimmig die Geschichte ist und ob sie laut oder leise ist. Guter Stil hat etwas mit Haltung zu tun. Was ich trage, sagt etwas über mich aus.

Was spricht Sie an?

BJ: Ein Anzug ist anziehend. Er stellt einen Mann von seiner besten Seite dar. Der Anzug steht für Stil und zeitlose Eleganz. Er lässt sich wunderbar kombinieren und bietet in Schnitt, Farbe, Stoff, Design und Oberflächengestaltung viele Möglichkeiten, das Individuelle und Unverwechselbare des Menschen, für den er gemacht wird, herauszustellen.

Welche Modesünde verzeihen Sie nicht?

BJ: Weiße Tennissocken in Sandalen gehen gar nicht. Und dass es »Crocs« auf den Laufsteg geschafft haben, haut mich um. Das ist eine Schlachtersandale, so was tragen die Arbeiter im Schlachthof. Das macht mich wirklich sprachlos.

Arnold Dircks (62) war 1991 Prinz Karneval im Kölner Dreigestirn.

Herr Dircks: Was ist Ihrer Meinung nach guter Stil?

Arnold Dircks (AD): Auf jeden Fall ist Stil nicht nur das Ende des Besens. Der Spruch ist nicht von mir, gefällt mir aber sehr. Auf Mode bezogen ist es wichtig, dass man erst einmal seinen eigenen Stil findet. Das ist ein kontinuierlicher Prozess. Dranbleiben heißt hier die Devise.

Was bedeutet es für Sie, gut gekleidet zu sein?

AD: Das ist für mich ganz eindeutig ein Wohlfühlfaktor. Kleidung ist ein Signal an meine Umgebung. Man stellt etwas dar, drückt etwas aus und löst etwas aus. Am liebsten etwas Positives. Ich finde es toll, wenn ich für mein Outfit Anerkennung ernte. Dabei geht es gar nicht darum, um jeden Preis aufzufallen. Das wäre pure Effekthascherei. Eleganz heißt: Nicht ins Auge zu fallen, sondern im Gedächtnis zu bleiben.

Welche Modesünde entsetzt Sie?

AD: Ich bin viel unterwegs und muss leider sagen: Mir begegnen häufig Männer, die grauenvoll angezogen sind. Als wären die Sachen wahllos aus dem Schrank gegriffen worden. Seltsamerweise sind die Begleiterinnen dieser Männer in der Regel wesentlich besser gekleidet. Das verstehe ich nicht. Da müsste doch noch an der Haustür der Satz fallen: »So nehme ich dich nicht mit«. Aber nein. Das schicke Kleid bewegt sich neben der Cordhose und dem karierten Hemd in aller Öffentlichkeit. Der Kontrast erschüttert mich.

Beschreiben Sie Ihren Modestil.

AD: Privat bevorzuge ich »Smart casual«. Sakko und Stoffhose oder einen Anzug, dazu ein passendes Hemd. Ich trage gelegentlich auch noch eine Krawatte. Wichtig ist, dass die Sachen gut geschnitten und farblich abgestimmt sind. Sie müssen außerdem zum Anlass passen. Wenn ein Smoking oder ein Frack gefragt sind, wähle ich natürlich diese Kleidungsstücke. Mein bester Ratgeber lautet: Wähle das aus, worin du dich sehen und bewegen möchtest.