Food Walks – Der Genuss-Spaziergang

La Vie Belgique

von Monika Salchert

 

Dieser Duft nach frisch gemahlenem Kaffee! Ein perfekter Start. Etwa 15 Personen machen sich beim Lebensart Food Walk »La Vie Belgique« auf, um kulinarische Schätze zu entdecken. Unsere Genusstour durch das Belgische Viertel beginnt im Moxxa Caffè an der Aachener Straße 22. Das Herzstück des Ladens ist die rote Röstmaschine. Sie steht mitten im Raum. Die »Diedrich« ist keine hübsche Deko. Die Bohnen aus biologisch-nachhaltigem und fair gehandeltem Anbau werden direkt im Laden geröstet. »Das Geschmackspotential von Kaffee entfaltet sich erst so richtig beim Rösten der rohen Bohnen. Bei uns werden die Bohnen in 15 bis 18 Minuten bei maximal 230 Grad veredelt«, sagt Dirk Barthelmeß, Geschäftsführer des Café-Restaurants. Zum Vergleich: Bei industriellen Produktionen werden die Bohnen zwei bis vier Minuten bei bis zu 600 Grad Hitze durch die Röstmaschinen geschossen. »Kann man machen. Gibt aber ein völlig anderes Produkt. Und das schmeckt man.« Zustimmendes Nicken aus der Runde. Noch ein letzter Schluck Espresso, noch ein Stückchen des hausgemachten Brownies als Wegzehrung und weiter zum nächsten Genuss.

 

In der Bar Schmitz muss sich der Gaumen blitzeisschnell umstellen. In der Eistheke warten »Caramel mit Fleur de Sel«, Birne-Marzipan und Pflaumen-Sorbet mit Mandelstiften darauf, probiert zu werden. Angeboten werden hausgemachtes, original italienisches Speiseeis und lactosefreie Sorbets. Die Bar Schmitz im belgischen Jugendstil ist Glacier, Brasserie, Cocktailbar und Restaurant zugleich. Sie verzaubert mit goldenen Stuckdecken, imposanten Kronleuchtern und original Art-Nouveau-Fliesen auf dem Boden.

 

Den leckeren Eisgeschmack noch auf der Zunge, geht es vorbei an der Kirche St. Michael zur Pfeffer-Boutique Hennes‘ Finest. Nur eine kleine Menge frisch gemahlenen Pfeffers in der offenen Handfläche reicht, um das unverwechselbare Aroma des Kampot Pfeffers zu erschnuppern. Der Pfeffer stammt aus der kleinen Provinz Kampot im Südwesten Kambodschas. Wir erfahren, dass echter Roter Pfeffer an derselben Pflanze wächst wie schwarzer und weißer Pfeffer, allerdings deutlich länger am Strauch reift und so ein fruchtiges und süßliches Aroma erhält. Das passt zu Wild, Geflügel und Fisch, aber auch zu reifen Früchten. Die dargereichten Erdbeer- und Mangostückchen sind ein gepfefferter Genuss.

 

Belgischer Lifestyle erwartet uns im De Ridder Concept Belqië. In dem Store bietet Ines De Ridder exklusive Mode, Design und Schmuck in einem ungewohnten und spannenden Mix an. Dazu gibt es köstliche Schokolade und Gin-Spezialitäten von ausgesuchten belgischen Brennereien. Die angenehme Atmosphäre in dem hellen, gut sortierten Geschäft versetzt die Gäste gedanklich nach Antwerpen oder Brüssel.

 

Unsere letzte Station ist die Markthalle Belgisches Viertel. Renate und Ulrich Engel sind die Betreiber der neuen Halle. Auf über 400 Quadratmetern, verteilt auf zwei Ebenen, werden Fleisch- und Wurstwaren, Obst und Gemüse sowie Brot, Oliven, Käse und Wein angeboten. Im Untergeschoss überzeugt die Gastronomie mit mediterraner Küche. Bei einem Glas Wein und den feinen Quiches- und Tarte au citron-Häppchen von »Barré – Cuisine & Patisserie« endet nach gut zwei Stunden unsere Genussreise. Es war eine Tour mit Wiederschmeck-Garantie.

»City Life«

 

Der Lebensart Food Walk »City Life« beginnt bei Hoss an der Oper. Das Delikatessenhaus lädt ein ins »Restaurant für Zuhause«. Hier kann man zwar keinen Tisch bestellen, aber die kulinarischen Wünsche werden bestens erfüllt. Das funktioniert denkbar einfach: aussuchen, einpacken, nach Hause tragen, genießen. Sieben Köche sorgen für ein wöchentlich wechselndes Angebot. Verwendet werden überwiegend regionale und saisonale Produkte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen. »Wir sind eine moderne Manufaktur mit Tradition«, sagt Petra Hoss-Müller, die das 1900 gegründete Geschäft in vierter Generation leitet. Die Teilnehmer der Genusstour, die »Jäger der kulinarischen Schätze«, sammeln bei Hoss an der Oper Genussproben von Mousse au Chocolat, Quark mit Himbeeren, Geflügel-Mango- und Quinoa-Gemüse-Salat. Danach streben wir unserer nächsten Station entgegen.

 

Wir betreten mit leuchtenden Kinderaugen das Schoko-Paradies Hernando Cortez und trennen uns gedanklich sogleich von den Resten der beim vergangenen Karnevalszug aufgeklaubten Süßigkeiten. Inhaber Marco Mühlberg bietet in dem Laden mit Café erlesene Spezialitäten von Chocolatiers aus aller Welt an. Im Sortiment sind vor allem Schokoladentafeln, Pralinen und Trinkschokolade aus kleinen Manufakturen. Unser auf die Zunge gerutschtes Herz erobert Mühlberg mit einem Tässchen heißer Trinkschokolade.

 

Im Spezialitätengeschäft Gertrude No. 20 warten »Kölner Küsschen« auf uns: weiße Schokoladenkugeln mit Kir-Royal gefüllt und in schwarzem Johannisbeer-Pulver gewälzt. Zum Dahinschmelzen! Gourmet- und Hobbyköche finden bei Gertrude No. 20 Köstlichkeiten wie Tee, Kaffee, Brotaufstriche und Delikatessen aus Manufakturen aus Deutschland und dem Ausland. Inhaberin Susanne Forster schätzt kleine Produktionsmengen statt Massenware. Wir verabschieden uns mit der »Love Edition«. Die Lakritz-Kugel mit dem leicht roten Überzug schmeckt salzig, fruchtig und nach Schokolade. Eine ungewöhnliche Mischung, die selbst Lakritz-Skeptiker überzeugt.

 

Unsere »süßen Zähnchen« sind nun gut versorgt, etwas Herzhaftes käme jetzt gerade recht. Bei Agora Feinkost haben Georgios Chadoulis und Niko Vastakis für die Food Walker eine kleine Auswahl griechischer Leckerbissen angerichtet. Sie bieten Feinkost-Spezialitäten wie Käse, Wurstwaren, Wein, Oliven, Olivenöl sowie Kräuter und Gewürze aus Griechenland an. Sie arbeiten mit Kleinproduzenten aus Kreta, Naxos, Makedonien und dem Peloponnes zusammen. »Wie hat der Käse geschmeckt?«, möchte Georgios Chadoulis beim Abschied wissen. So viel Gastfreundschaft verdient eine Antwort auf (Urlaubs)-Griechisch: »Poli kala«. Das bedeutet: »Sehr gut«. Das gilt nicht nur für den Käse.

 

Das Apartment703 von Dirk Baurmann besteht aus Wohnzimmer, Küche, Bad. In dem originell gegliederten Concept Store wohnt niemand. Baurmann bietet in dem Geschäft, das er »Gemischtwarenladen« nennt, erlesene Pflege- und Designprodukte sowie Wein, Spirituosen und Gin an. Dazu kommen Geschenkartikel und Wohnaccessoires. Wir widmen uns dem »besonderen Stolz des Hauses«, dem Gin-Sortiment. Der Gin de Cologne wird in Ehrenfeld gebrannt und abgefüllt. Der Tropfen hat zwölf Zutaten, unter anderem Schalen von Zitronen, Orangen und Limetten, Lavendel- und Hibiskusblüten und Wacholder. Ein Gin, so wie wir den Food Walk »City Life« erlebt haben: spritzig, frisch, geschmeidig und sehr fein