Die Naturboomer

Von Kirsten Bürgstein

 

Steht ein Baum vor Ihrem Fenster, der zarte Licht- und Schattenspiele an die Wände des Zimmers wirft? Arbeiten Sie mit Blick in einen Garten, in dem im Sommer Lavendel duftet und im Winter Raureif die Blätter adelt? Oder reifen Tomaten auf Ihrem Balkon, die so zuckersüß schmecken, wie Supermarktware es nie schaffen wird? Dann wissen Sie: Grün tut gut. Und Natur boomt.

Menschen lieben ihr privates Outdoor-Plätzchen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Ja, sie bewerten seinen Erholungswert sogar höher als den ihres Wohnzimmers. Doch auch drinnen wirkt der Naturtrend zurück: Mit dem Mehr an natürlichen Wohnelementen steigen Entspannungs- und Wohlfühlfaktor. »Zurück zur Natur« oder besser: »Hin zur Natur« heißt also die Devise. Dazu passen die angesagten Outdoor-Trends der Saison.

 

Urban Gardening

Wer mit offenen Augen durch Köln geht, entdeckt es überall, urbanes Gärtnern: als akkurat angelegte Beete unter Stadtbäumen, Sonnenblumen, die aus tristen Betongrenzkübeln sprießen, Bananenstauden auf einem Kreisel. Hier haben Stadtbewohner die Verschönerung ihrer Umgebung selbst in die Hand genommen, pflanzen und pflegen ohne Auftrag. Immer mehr Menschen lieben es grün und selbstständig. Wollen mit eigenen Händen eine Welt erschaffen, und sei es auf kleinstem Raum. Großstädter stellen Bienenkörbe auf den Balkon und ernten eigenen Honig, ziehen Gemüse in selbstgezimmerten Hochbeeten, pflegen Rabatten in ihrem Schrebergarten.

Ganz bei sich und in der Natur zu sein, lautet das Ziel. Hier zählen einmal nicht Gewinn und Zeitoptimierung, sondern Entschleunigung und Ruhe. Achtsames Gärtnern verstärkt die Besinnung auf Ursprüngliches. Ein entspanntes Sein im Hier und Draußen also. Wenn das Ergebnis am Ende dann als pralle Himbeere oder wohlschmeckende Kartoffel essbar ist: umso besser!

 

Retro-Chic

Die Rückbesinnung auf Tradition und Handwerk steht auch bei den Herstellern exklusiver Outdoor-Möbel hoch im Kurs. Im Bewusstsein ihrer Firmengeschichte legen sie alte Klassiker erneut auf. Evergreens wie die klappbaren, geschwungenen Gartenstühle aus Teak und Stahl feiern ihr Revival, die solide englische Gartenbank lädt verlässlich zum Plausch unter Schatten spendenden Bäumen ein.

Auch wieder da sind Rattanmöbel. Doch wo früher die empfindlichen Korbsessel bei Regen schnell ins Gartenhäuschen verfrachtet wurden, setzen heute Ensembles aus wetterfestem Polyrattan oder Dedon-Faser Akzente. Von der von einem Baldachin überspannten Lounge-Liege bis zum handgefertigten Loom Chair reicht die Bandbreite. Überdacht von einer maßgeschneiderten Markise in XXL-Format, die selbst bei niedrig stehender Sonne eine Extrablende zum Ausfahren aufweist und für die kälteren Temperaturen eingebaute Heizstrahler mitbringt, wird noch im Herbst der Outdoor-Abend einladend muckelig.

 

Modern Living

Dass die Zeit trotz Retro-Trend nicht stehengeblieben ist, beweisen Neuauflagen beliebter Designklassiker. Swimmingpool und Hollywood-schaukel gehören dazu. Der Pool von heute kommt allerdings in Wunschform, mit Massagedüsen, Unterwasserbeleuchtung oder aufwändigen Mosaiken daher. Die Hollywoodschaukel schwingt wie früher, separate Schaukelplätze verhindern allerdings, dass am Ende alle in der Mitte landen. Selbst Sonnenschirme zeigen ihre multifunktionale Seite: Integrierte Wärmestrahler, Lautsprecher oder LED-Leuchten machen sie zukunftstauglich.

Das Neue im Bewährten finden Designer ebenso durch den Einsatz innovativer Materialien. Die wie ein Schiffsbug abgekantete Liege aus PVC (die schwimmen kann und damit Pool-tauglich ist), Stühle in stilisierter Blütenoptik aus wetterfest lackiertem Aluminium, organisch geformte Sonnensessel aus unverwüstlicher Hularo-Faser – sie alle zeigen die Wertigkeit von Outdoor-Living.

Deko – verspielt & wertig

Was braucht sie noch, die perfekte Wohlfühloase im Grünen? Ganz sicher Dekoration und Accessoires, die das Leben um den Faktor Charme & Style erweitern. Auch hier orientiert sich Outdoor am Interieur. Kleinmöbel und Accessoires für den Garten glänzen in warmen Kupfer- und Goldtönen. Passend zum verspielten Modetrend zieren leuchtende Blumenmuster Kissen, knallbunte wetterfeste Knautschsessel laden zum Relaxen ein. Bei Pflanzgefäßen steht Betonoptik hoch im Kurs. Licht beweist auch auf Terrasse oder Balkon seine Funktion als Stimmungsmacher. Fackeln, Feuerschalen, Windlichter setzen den lauen Sommerabend perfekt in Szene.

 

Natürlich Wohnen

Mit dem neuen Einrichten des Freiluftzimmers, der Betonung der Wohnlichkeit im Grünen, verstärkt sich ein Trend unaufhaltsam: Die Auflösung der Grenzen zwischen drinnen und draußen. Was früher ins Haus gehörte, darf jetzt auch Terrasse oder Balkon zieren: Kissenbeschwerte Liegewiesen, Teppiche und Lampen sorgen für Harmonie im perfekt inszenierten grünen Zimmer. Sessel und Sofa vom Balkon finden dagegen ohne aufzufallen im Wohnzimmer Platz. So ziehen Wohnlichkeit und Natürlichkeit aus und ein.

Der Trend zum Natürlichen verändert unser Wohnen und Leben in allen Bereichen. Holz erlebt nach langen Jahren sein Comeback: als klassischer Werkstoff in der Küchenmanufaktur ebenso wie als hochwertiges Vollholzbett, das langsam die Boxspring-Ära ablöst. Schließlich lieben wir es gerade im Schlafzimmer so gesund wie möglich. Naturlatex, Schur- und Baumwolle sind gefragt, wir schlafen in Leinenbettwäsche und unter temperaturausgleichenden Seidendecken. Hauptsache natürlich!

Grill mal wieder

Was jetzt noch fehlt – nach Chillen und Gärtnern, Wohnen und Schlafen? Ein echtes Stück Genuss: duftend zarte Dorade vom Grill, belegt mit Rosmarin oder Thymian aus dem eigenen Garten. Fertig ist das Urlaubsfeeling! Grillen findet immer mehr Liebhaber und zählt zu den ultimativen Trends des Sommers.

Wer etwas auf sich hält, besitzt einen der angesagten Hightech-Grills, die in ihrem Look eher an großküchentaugliche Hochleistungsgeräte erinnern. Mit ihnen lässt sich smoken, rösten, garen, braten, sogar backen.

Unternehmen befeuern die Kreativität aufstrebender Hobbygrillmeister mit immer weiteren Zusätzen. Letzter Schrei sind Waffel- und Sandwich-Einsätze sowie Burgerpressen. Zum unverzichtbaren Equipment gehören auch Kerntemperaturmesser. Die sorgen für perfekte Ergebnisse bei T-Bone-Steak und Schweinenacken und liefern die Ergebnisse umgehend per Bluetooth aufs Smartphone.

Wer es weniger technisch und mehr atmosphärisch mag, richtet sich gleich seine eigene kleine Outdoor-Küche ein. Mit Spülstein, Grillbereich und Platz zum Schnippeln. So wird Draußen-Sein zum sinnlichen wie kulinarischen Erlebnis. Und wir mittendrin.

 

 

 

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